Dienstag, 9. februar 2010 2 09 /02 /2010 16:10
Die ersten zwei Wochen besteht unsere Arbeitszeit aus einer Schulung, die verschiedene Einheiten beinhaltet. Was bisher geschah:

Am Montag kamen wir wie bestellt um 8.30 Uhr ins Office, wurden wie Tiere im Zoo angestarrt und lernten unsere erste Lektion: Patience --- Geduld. Wir bekamen zwischendurch kurze Präsentationen, die wir schon aus Heidelberg kannten und wurden unseren Teams vorgestellt. Mein zukünftiger Arbeitsbereich ist das Copy Editing. Was genau das ist? Dazu komm ich später. Wir haben erste Kontakte zu Kollegen geknüpft. Und Punam (oder so) platzte mitten in ihrer Erklärung über ihren Job heraus mit: "I like your hair, you look like a barbie doll. That's what everybody thinks!" (Ich mag deine Haare, du siehst aus wie Barbie. Das denken alle hier.) Sie erklärte weiter, dass ich die old fashion Barbie bin und Nadine die modern Barbie. Und das haben die als Kompliment gemeint (glaub ich). ;)

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Den größten Teil des Montags haben wir im Registration Office verbracht. Denn laut Manoj (sprich: Manosch), unserem indischen Mann für alles, haben wir nur 24 Stunden Zeit, uns zu registrieren (Sonntag zählt aber dabei nicht). Eine weitere Lektion in Patience --- nach langer, langer Zeit (und diskriminierenden Ausrufen wie: "Go away, I won't scan your papers!" und "I told you to sit down!") stellte sich heraus, dass vier von uns sechs Praktikanten sich gar nicht registrieren müssen. Sie haben nämlich ganz korrekt ein Business Visum. Während Nadine und ich nur ein Studentenvisum haben. Warum auch immer. Trotz allem hat ja alles geklappt und wir dürfen alle in Indien bleiben und hier arbeiten!

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Dienstag: Unser erster richtiger Schulungstag beginnt.

Verschiedene Inder haben je 1,5 Stunden versucht, uns das Verlagsbusiness näher zu bringen. Mit Fragen wie: Was ist ein Buch und was ist eine Zeitschrift. Gut, dass sie ganz von vorne anfangen, da es schon anstrengend genug ist, manch einen Inder überhaupt zu verstehen.

In einem unserer Fächer habe ich besonders viel gelernt:

Trainer: "What is a pun?"
Praktikanten: "A what?"
Trainer: "Pun."
Praktikanten: "Can you write it on the board?"
Trainer schreibt: Pan
(Was eine Pfanne ist???)
Trainer: "You don't know chess?"
(Ach sooooo, pawn! Ein Bauer beim Schach!)

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Nachdem er auch den "Night" erklärt hatte, ging's inhaltlich weiter:

Trainer: "Was passiert beim Copy Editing?"
Ich: "Kontrolle des Layouts und der Rechtschreibung?"
Trainer: "Du meinst, der Rechtschreibung?"
Ich: "Ja...?"
Trainer: "Wenn du deiner Mutter eine Email schreibst, ist da dann ein Fehler drin?"
Ich: "Nein!!!" (Aber woher kennt der mich so gut?!)
Trainer: "Siehst du. Und wenn ein Autor einen Text schreibt, dann ist da auch kein Fehler drin. Wer bist du, ihn zu korrigieren?"

Was bitte?! Das bin ich aber ganz anders gewohnt.

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Kurze Zeit später, es geht um Qualität:

Trainer: "Wie bewertet ihr die Qualität einer Pizza?"
Praktikanten geben verschiedene Vorschläge.
Trainer: "Und wenn der Pizza-Bote hässlich ist, nimmst du dann die Pizza an?"
Ich: "Ja!"
Trainer: "Eigentlich: Nein!"

Ähh, was?????

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Nach der Schulung (17 Uhr) haben wir uns in eine Riksha gesetzt und sind Shoppen gegangen. Eine Straße (die Laxmi Road, sprich: Lakschmi) voller kleiner Geschäfte und voller kleiner Inder. :) Das war ziemlich aufregend und überfüllt! Aber das kann man nur in Fotos zeigen! Hab mir ein indisches Oberteil gekauft für 150 Rupien. Das sind so ca. 2 Euro. :D

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Hoffentlich kann ich morgen endlich mal warm duschen. Denn der Strom hat die Gewohnheit,  zu diesem Zeitpunkt nicht fließen zu wollen. Und Warmwasser gibt's nur mit Strom. Dafür macht die Klimaanlage auch ohne Strom merkwürdige und sehr laute Geräusche.

Ich kann meine extra bei KIK für 1,49 gekaufte Taschenlampe nicht finden! Ich werd die doch nicht vergessen haben? Das wär sehr tragisch, nachdem ich gestern Nacht Nadines Taschenlampe fallen gelassen und  zerstört habe.  :(  Jetzt  liegt es an Heiko allein, unseren Strom des Nachts wieder einzuschalten!


von Corinna R.
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Sonntag, 7. februar 2010 7 07 /02 /2010 12:21
Wir kommen in Mumbai an und treten aus dem Flughafen heraus. Hunderte von menschen schienen uns zu erwarten und rufen lauthals, wovon wir nichts verstehen. Hunderte von Schildern werden hochgehalten und uns wird klar, dass sie alle mitten in der Nacht hier sind, um irgendjemanden abzuholen. Nur unsere Fahrer nicht.

Aber dafür haben wir ja in Heidelberg noch die Telefonnummern der Fahrer bekommen. Kurz hinterher telefoniert, und schon sind sie da.

Die 3-stündige Autofahrt war aufregend! Da fahren auch gern mal fünf Autos nebeneinander, wo nur drei Spuren sind, es wird slalommäßig überholt, was zu langsam ist, und rote Ampeln sind auch eher nur als Empfehlung zu verstehen. Dazu wird ständig gehupt. Wo der Abstand größer wird und die Motoren lauter (auf dem Highway), da wird penetrant die Lichthupe benutzt. Aber nicht als Beschwerde, sondern eher als "Achtung, ich komme!"

Am Straßenrand liegen Menschen in Decken eingekuschelt, Hunde streunern frei herum. Und trotzdem wird  manchmal der Fußweg von den Autos und Rikschas benutzt, wenn es eben doch zu eng wird auf der Straße.

Um ca. 5 Uhr morgens am Sonntag kamen wir in unseren Apartments an. Nachdem wir feststellten, dass das Internet nicht ging, fielen wir todmüde in unsere riesig-großen und steinharten Betten.

Heute haben wir schon mal einen kleinen Abstecher ins Büro gemacht, haben Pizza gegessen (die gute von Domino's, die ich aus Australien schon vermisst hatte), waren shoppen im Big Bazaar und sind Rikscha gefahren. 

Vor der Bank  wartete ich auf Heiko und Nadine, als ein kleines Mädchen  mich um Geld anbetteln kam.  Ich sagte Nein und wollte weggehen, aber sie stellte sich mir in den Weg und griff nach meiner Hand  und hielt sich an meinem Bein fest.  War ich froh, als Heiko kam.  Denn  so konnte ich mich schnell zu Nadine verziehen. ;)  Das Mädchen hat uns trotzdem eine ganze Weile verfolgt, bis sie schließlich aufgab.

Heute Abend wurden wir noch einmal zum Dinner eingeladen 8nd morgen müssen wir zum Registration Office. Ab Dienstag fängt dann unsere Einführungszeit im Büro an.

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Das Blog-System hat etwas beim Bild-Upload geändert, so dass meine Fotos immer als fehlerhaft angezeigt werden. Ich werde schauen, ob sich das noch regelt. Wenn nicht, lass ich mir was einfallen.
von Corinna R.
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Donnerstag, 4. februar 2010 4 04 /02 /2010 17:52
Ankunft in Heidelberg. Es gießt in Strömen. Der Navi führt uns in ein Parkhaus statt zum Hotel, also kurven wir auf eigene Faust in der Innstadt herum. Bis Petra die Beifahrerscheibe runterkurbelt und den Taxifahrer, der am Straßenrand gerade das Gepäck einer Kundin auslädt, fragt: "Wo ist denn das Hip-Hotel?"

In dem Moment ruft die Kundin des Taxifahrers meinen Namen und winkt --- meine Mitpraktikantin Nadine ist auch gerade angekommen, wir standen direkt vor der Eingangstür des Hip-Hotels.
Hier gibt es keine Zimmernummern, sondern nur Hauptstädte, nach deren Motto die Zimmer eingerichtet sind. Ich habe mir Zimmer Wien ausgesucht und bekomme nun die Sissi-Dröhnung. :) (Ich würde euch gerne ein paar Fotos zeigen, aber leider weigert sich mal wieder der Server. Das hat ja auch schon Tradition.)

Der Regen hat heute aufgehört, aber wir haben ein volles Programm. Gleich lädt uns Springer zum Dinner ein. Wir wollen also morgen noch mal versuchen zum Schloss hochzulaufen .... wenn das nicht kafkaesk ist. ;)
von Corinna R.
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Mittwoch, 3. februar 2010 3 03 /02 /2010 09:35
Sachen gepackt.

Stecker gezogen. (Nur vom PC noch nicht.)

Fast die Kamera vergessen. Aber nur fast.

Ich verlasse meine braunschweigische Wohnung und breche auf zu neuen Abenteuern! In meinem Koffer ist noch jede Menge Platz für Saris und andere Souvenirs. In meinem Kopf jede Menge Platz für tolle neue Erinnerungen.

Am Samstag geht der Flug von Frankfurt nach Mumbai, aber zunächst freue ich mich auf meine Mitpraktikanten in Heidelberg, die dazu verdonnert werden, mit mir meinen Geburtstag zu feiern!

Bis bald, meine Lieben! :*
von Corinna R.
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Freitag, 29. januar 2010 5 29 /01 /2010 13:03
Der aktuelle Zeitunterschied von Berlin zu Mumbai beträgt 4,5 Stunden.

Und es gibt keine Sommerzeit in Indien --- ab dem 28. März, wenn ihr eure Uhren vorstellt, sind es also nur noch 3,5 Stunden.

Zum Anlass dieser Erkenntnis habe ich rechts ein neues Wie-spät-ist-es-Fenster eingerichtet, so dass ihr immer den Überblick bewahren könnt. (Und ich auch.) :)
von Corinna R.
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Über diesen Blog

  • : 3.08.2008
  • : Reiseblog von Corinna R.
  • : 2010: Ein halbes Jahr Indien, Hauptquartier: Pune +++++ 2008-09: Australien und Neuseeland

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bei Corinna in Pune   in Sydney


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